Testbericht: Smart #1 – Opfer seiner Zeit
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Während Mercedes aus Stuttgart das Konzept und Design des Smart #1 verantwortet, steckt unter der Hülle eine E-Plattform aus dem Reich der Mitte. In unserem Fall mit Heckantrieb, 200 kW/272 PS und dem größeren der beiden Akkus mit 62 kWh Netto-Kapazität. Auch Allrad mit 315 kW/428 PS wären verfügbar.
Dass Smart nun auch Opfer der SUV-Schwemme geworden ist, ist unterschiedlich zu beurteilen. Die einen vermissen den leichten Elektro-Zweisitzer, der der Fortwo zuletzt war. Die anderen freuen sich, dass es einen elektrischen Smart gibt, der mit fünf Sitzplätzen erstwagen- und reisetauglich ist. Mit regulärem Kofferraumvolumen von 313 Litern und eher schmalen 350 Kilo Zuladung zählen Transportaufgaben zwar nicht zu den herausragenden Qualitäten des #1. Doch mit viel Fahrkomfort und einem WLTP-Reichweitenversprechen von 440 Kilometern erschrecken auch längere Distanzen nicht. Maximal 150 kW Ladeleistung füllen den Akku in unter einer halben Stunde von 10 auf 80 Prozent.
Wie immer müssen die Rahmenbedingungen ideal sein, um alle Datenblattwerte in der Praxis zu erreichen. Im winterlichen Alltag lag unser Testverbrauch mit 19,5 kWh/100 km klar über der Norm (16,8 kWh). Die Restreichweite schwand gerne mal rund 50 Prozent stärker als die gefahrene Strecke. Insgesamt aber nichts Ungewöhnliches für ein E-Auto im Winter. Und ja, bei der wohligen Temperierung des Innenraums haben wir nicht gespart. Schließlich hat unser Test-#1 in der mittleren Ausstattungsvariante (von fünf) Premium (ab 44.990 Euro) eine beim Heizen unterstützende Wärmepumpe an Bord. Knapp elf Prozent unseres Energieverbrauchs gingen laut Bordcomputer aufs Konto der Klimatisierung.
Wie ein Smart-Phone
Ein „Opfer“ seiner Zeit ist der #1 auch, weil er einem Computer stark ähnelt. Die fünf Varianten sind weitgehend vorkonfiguriert, wählbar ist die Farbe. Per Hand werden Funktionen fast nur über den zentralen Touchscreen (12,8 Zoll) gesteuert. Die Optionen sind vielfältig, die grafischen Darstellungen teils überbordend. Und was an digitalem Feinschliff fehlt (unzuverlässige Verkehrszeichenerkennung, eingefrorener Touchscreen), lässt sich per Update beheben. Traditionalisten mögen das kritisch beäugen. Wer mit Smartphones aufwächst, den erstaunt das kaum.
Technische Daten Smart #1
| Motor | E-Motor, 200 kW/272 PS, 343 Nm |
| Antrieb, Getriebe | Heck, Eingang automatisch |
| 0–100 km/h, Spitze: | 6,7 s, 180 km/h |
| Norm-/Testverbrauch: | 16,8 (WLTP)/19,5 kWh |
| CO2-Emissionen Norm/Test: | 0 (WLTP)/85* g/km |
| Länge x Breite x Höhe: | 4,27 x 1,82/2,03 x 1,64 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,75 m, 11,0 m |
| Kofferraum: | 313–976 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 1.895 kg, 350 kg |
| Stützlast, Dachlast: | 75 kg, 50 kg |
| Anhängelast: | 1.600 kg |
| Tankinhalt/Akkukapazität: | 62 kWh |
| Kfz-Steuer pro Jahr: | 0 Euro |
| Grund-, Testwagenpreis: | 44.990 Euro/44.990 Euro |
| Modell verfügbar ab: | 37.490 Euro |
| Auswahl Basis-Serienausstattung: | Sieben Airbags, adaptiver Tempomat, aktiver Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Autobahnassistent mit Spurwechselassistent und Stauassistent, Parkassistent, 360-Grad-Kamera, Voll-LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Alufelgen, Sitzheizung vorne, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, elektrische Heckklappe |
* gemäß CO2-Emissionsfaktor im dt. Strommix 2022 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 434 g CO2/kWh
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