Impfungen: Mit dem Pieks für den Urlaub auch Standardschutz auffrischen
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Die Impfquoten bei Kindern in Deutschland liegen auf einem insgesamt hohen Niveau. Doch schon im Jugendalter zeigen sich oftmals erhebliche Lücken bei den Standardimpfungen: Die empfohlenen Auffrischimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis werden von vielen Jugendlichen nicht wahrgenommen. Auf solche Lücken macht das Robert-Koch-Institut (RKI) regelmäßig in seinen Epidemiologischen Bulletins aufmerksam. Demnach könnten auch Erwachsene empfohlene Impfungen häufiger nutzen, insbesondere mit Blick auf die Influenza-Impfquote oder die Herpes-Zoster-Impfung, die vor einer Gürtelrose schützt.
Niedrigschwellige Impfberatung nutzen
Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin (DFR), die reisemedizinische Beratung zum Nachholen oder Auffrischen der Standardimpfungen zu nutzen. „Vor größeren Reisen und Auslandsaufenthalten – von Fernreisen bis zum Auslandsjahr in Schule oder Studium – besteht in der Bevölkerung oftmals eine höhere Sensibilität für die Notwendigkeit von Impfungen beziehungsweise – je nach Reiseland und Erreger – mitunter auch eine Verpflichtung zur Impfung vor Einreise“, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Präsident der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin.
Hinzu komme, dass der Zugang zu reisemedizinischer Beratung und Reiseimpfungen relativ niederschwellig sei und etwa auch in Gesundheitsämtern oder Tropeninstituten wahrgenommen werden könne.
Standard- und Reiseimpfungen gleichzeitig vornehmen: Was ist zu beachten?
- Wer eine Fernreise plant, sollte frühzeitig mit dem Impfpass die hausärztliche oder reisemedizinische Praxis oder Beratungsstelle aufsuchen – bestenfalls sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt. Einige Impfungen entfalten ihren vollen Schutz erst Wochen nach der Verabreichung oder erfordern mehrere Dosen.
- Wenn möglich, sollten Impfungen spätestens zwei Wochen vor Reiseantritt abgeschlossen sein. So kann der Körper die notwendige Immunität aufbauen und Impfreaktionen können vor der Reise abklingen.
- Wenn mehrere Standard- und Reiseimpfungen notwendig sind, gilt: Lebendimpfstoffe, etwa Kombinationsvakzine wie der MMR-Impfstoff zum Schutz vor Masern, Mumps und Röteln, können gleichzeitig verabreicht werden. Werden sie nicht gleichzeitig verabreicht, ist zwischen einzelnen Lebendimpfstoffen ein Mindestabstand von vier Wochen notwendig.
- Bei der Anwendung von Totimpfstoffen, beispielsweise gegen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis B und Grippe, ist keine Einhaltung von Mindestabständen erforderlich – weder zu anderen Totimpfstoffen noch zu Lebendimpfstoffen.
Multiples Impfen: laut Experten unbedenklich
Sich mehreren Impfungen gleichzeitig zu unterziehen, ruft bei vielen Menschen Bedenken hervor. Diese sind jedoch unbegründet, bekräftigt Dr. med. Markus Frühwein, erster Vizepräsident der DFR:
„Die Vorstellung, dass multiples Impfen das Immunsystem überfordere oder überlaste, ist falsch und wissenschaftlich nicht gedeckt. Daher gibt es auch keine feste Maximalgrenze für gleichzeitig verabreichte Impfungen – hier muss in Rücksprache mit dem Patienten oder der Patientin abgewogen werden, je nach Reiseland und -art und dem sich daraus ergebenden Infektionsrisiko.“
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