Mobilität im Wandel: Einordnung aus Sicht des ARCD
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Mobilität verändert sich – technologisch, politisch und gesellschaftlich. Damit wachsen auch die Fragen: zum Umgang mit dem Verbrennungsmotor, zu steigenden CO₂-Preisen, zur Elektromobilität und zur Bezahlbarkeit individueller Mobilität insgesamt. Als Mitglied der Interessengemeinschaft EAC European Automobile Clubs bringt sich der ARCD bei diesen Fragen aktiv auf europäischer Ebene ein. Wir vertreten die Interessen von Autofahrern und Reisenden in pragmatischer, sachlicher und ausgewogener Weise, ohne ideologisch zu polarisieren.
Unsere Leitgedanken sind dabei Wahlfreiheit, Transparenz und Bezahlbarkeit – verbunden mit dem Anspruch, Mobilität klimaverträglicher zu gestalten. Gleichzeitig steht für uns fest: Die Transformation des Verkehrssektors muss lösungsorientiert stattfinden und darf niemanden finanziell überfordern oder gesellschaftlich abhängen.
EU-Politik zu Pkw-Antrieben: Wie positioniert sich der ARCD?
Der ARCD steht für einen technologieoffenen Ansatz in der europäischen Verkehrspolitik. Klimaneutrale individuelle Mobilität lässt sich aus unserer Sicht nicht durch eine einzelne Antriebsart erreichen, sondern nur durch das Zusammenspiel verschiedener Technologien.
Vor diesem Hintergrund begrüßen wir, dass die EU-Kommission Ende 2025 angekündigt hat, den bisherigen Ansatz zum Verbrenner-Aus flexibler zu gestalten. Auch nach 2035 sollen in der EU noch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, Plug-in-Hybride und Range Extender zugelassen werden können, sofern die Hersteller die Emissionen deutlich senken und verbleibende Emissionen ausgleichen.
Dieser modifizierte Ansatz erhält die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher und kann dazu beitragen, Akzeptanz für die notwendige Transformation im Verkehrssektor zu sichern. Gleichzeitig bleibt klar: Auch der Verkehr muss einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ein starres „Entweder-oder“ zwischen Verbrenner und Elektroantrieb greift dabei jedoch zu kurz.
Warum setzt der ARCD auf Technologieoffenheit?
Auf Europas Straßen fahren derzeit mehr als 280 Millionen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, weltweit sind es rund 1,5 Milliarden. Selbst bei einem sofortigen Produktionsstopp würde es Jahrzehnte dauern, diese Fahrzeuge vollständig durch rein elektrisch angetriebene zu ersetzen. Die Bestandsflotte wird daher noch lange Teil des Alltags bleiben.
Wer Klimaziele realistisch erreichen will, muss diese Realität berücksichtigen. Aus Sicht des ARCD bedeutet das, alle verfügbaren Hebel zu nutzen – darunter batterieelektrische Antriebe, erneuerbare Kraftstoffe, Effizienzsteigerungen, Hybridlösungen sowie eine leistungsfähige Infrastruktur.
Technologieoffenheit ist dabei kein Rückschritt, sondern eine Voraussetzung für wirksamen und gesellschaftlich akzeptierten Klimaschutz.
Welche Rolle spielt Elektromobilität für den ARCD?
Elektromobilität ist die derzeit energieeffizienteste Form individueller Mobilität und ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung des Verkehrs. Der ARCD erkennt ihren hohen Nutzen für klimafreundlichere Mobilität ausdrücklich an.
Gleichzeitig zeigt sich: Der Hochlauf der Elektromobilität gelingt nur dann nachhaltig, wenn sie alltagstauglich, bezahlbar und attraktiv ist. Entscheidend sind unter anderem ein flächendeckendes, leicht zugängliches Ladenetz – im urbanen wie im ländlichen Raum –, transparente und faire Ladekosten sowie einfache, diskriminierungsfreie Bezahlmöglichkeiten. Ein zentrales Anliegen ist, dass das Ladeerlebnis bei Elektrofahrzeugen ebenso transparent, einfach und sicher wird wie das Tanken.
Elektromobilität ist ein Kernbestandteil der Transformation im Verkehrssektor und in vielen Anwendungsfällen die richtige Wahl. Sie ist aber nach derzeitigem Stand (noch) nicht die alleinige Lösung für alle.
Ist Elektromobilität „besser“ als der Verbrenner?
Diese Frage lässt sich aus Sicht des ARCD nicht pauschal beantworten. Die Wahl der Antriebsart hängt von vielen individuellen Faktoren ab – etwa vom Wohnort, dem Fahrprofil, der verfügbaren öffentlichen Ladeinfrastruktur, den persönlichen Wohnverhältnissen mit eventuellen Hindernissen für private Wallboxen, dem Einkommen oder der familiären Situation und vielem mehr.
Elektrofahrzeuge spielen eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz. Gleichzeitig gilt: Nicht jeder kann oder will sofort umsteigen. Deshalb plädiert der ARCD dafür, alle klimafreundlichen Technologien zu nutzen, um Emissionen zu senken – sowohl bei Neufahrzeugen als auch in der bestehenden Fahrzeugflotte.
Welche Bedeutung haben E-Fuels und Biokraftstoffe?
Erneuerbare Kraftstoffe wie E-Fuels und nachhaltige Biokraftstoffe sind aus Sicht des ARCD ein wichtiger Hebel, um die CO₂-Emissionen der Bestandsflotte zu reduzieren. Schon Beimischungen können messbare Effekte erzielen.
Besonders relevant sind sie für bestehende Fahrzeuge, für den Schwerlast-, Luft- und Schiffsverkehr sowie für Regionen mit eingeschränkter Ladeinfrastruktur. Die bislang vorgesehene geringe Anrechnung erneuerbarer Kraftstoffe zur Emissionskompensation im Individualverkehr über 2035 hinaus schöpft dieses Potenzial jedoch noch nicht aus.
Wie bewertet der ARCD steigende Kraftstoffpreise und den CO₂-Preis?
Der ARCD sieht in steigenden Kraftstoffpreisen alleine kein geeignetes Mittel, um Klimaziele zu erreichen. Der CO₂-Preis ist ein politisches Instrument des Emissionshandels und wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus – auch auf die Mobilität. Er ist jedoch weder der alleinige Treiber steigender Kraftstoffkosten noch entscheidet er isoliert über deren Höhe. Dennoch trägt er zu einem höheren Preisniveau von Benzin und Diesel bei.
Klimapolitik sollte aus Sicht des ARCD aber nicht ausschließlich über wachsende Kosten gesteuert werden. Für die meisten Menschen ist individuelle Mobilität unverzichtbar, und das Auto bleibt das zentrale Verkehrsmittel. Das muss für alle erschwinglich bleiben und darf nicht zum sozialen Belastungsfaktor werden. Erst dann lässt sich breite gesellschaftliche Zustimmung zu klimaschützenden Maßnahmen erzielen.
Der ARCD fordert daher klare Entlastungen und faire Regelungen, damit individuelle Mobilität weiterhin bezahlbar und für alle zugänglich bleibt. Der Versuch, Klimaziele im Verkehrssektor über immer höhere Kraftstoffpreise ohne adäquaten und verlässlichen Ausgleich durchzusetzen, ist deshalb der falsche Ansatz.
Bezahlbare und klimafreundliche Mobilität: Was ist dem ARCD wichtig?
Mobilitätskosten setzen sich aus vielen Faktoren zusammen – von Energie- und Strompreisen über Fahrzeuganschaffung, Steuern und Versicherungen, Wartung und Reparatur bis hin zur Infrastruktur. Unter Kostengesichtspunkten betrachtet der ARCD Mobilität daher ganzheitlich.
Als Automobilclub engagieren wir uns mit der Interessengemeinschaft EAC European Automobile Clubs auf europäischer Ebene für verlässliche und realistische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig unterstützen wir unsere Mitglieder ganz konkret mit exklusiven Clubleistungen und Serviceangeboten dabei, ihre persönlichen Mobilitätskosten zu reduzieren.
Klimafreundlichere Mobilität gelingt aus unserer Sicht nur, wenn ökologische Ziele, soziale Fairness und wirtschaftliche Realität zusammen gedacht werden. Wir setzen auf Anreize statt Verbote. Verkehrsmittel und Antriebsarten dürfen nicht ideologisch gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend sind Akzeptanz, Bezahlbarkeit und praktikable Lösungen für den Alltag. Oder anders gesagt: Der Wandel funktioniert nur mit den Menschen – nicht gegen sie.
Was bedeutet das alles für ARCD-Mitglieder konkret?
Der ARCD vertritt seine Mitglieder in Mobilitätsfragen mit verlässlicher Stimme:
- sachlich statt ideologisch,
- lösungsorientiert statt polarisierend,
- mit ausgewogenem Blick auf Alltagstauglichkeit, Kosten und Klimaschutz.
Unser Ziel ist es, Mobilität auch in Zukunft frei, bezahlbar und nachhaltig zu gestalten.
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