Testbericht: VW ID.7 Pro – Wo ist der Haken?
3 min
Lassen wir uns auf die Frage ein, die bei E-Autos meist sofort gestellt wird: Wie groß ist die Reichweite? Dem VW ID.7 Pro mit 210 kW/286 PS, 77-kWh-Akku und Heckantrieb schreibt der Hersteller 548 Kilometer im gemischten Verkehr ins Datenblatt. Ein Versprechen, das uns der Bordcomputer regelmäßig bestätigte. Selbst auf Etappen mit hohem Autobahnanteil waren bei milder Witterung deutlich über 400 Kilometer problemlos drin, Richtgeschwindigkeit als Maßstab vorausgesetzt. Mit 20 Prozent Akkustand an die Stromtankstelle gerollt, schaffte unser ID.7 auch seine maximal 175 kW DC-Ladeleistung. Das klingt eher durchschnittlich. In weniger als einer halben Stunde konnten wir jedoch Energie für über 300 frische Kilometer einspeisen. Pausen soll man auf langen Strecken ohnehin machen. So empfanden wir die elegante Schräghecklimousine mit insgesamt nur 17,1 kWh Durchschnittsverbrauch und hohem Fahrkomfort als durchaus reisetaugliches E-Auto.
Alternative zum Passat
Das Raumgefühl vorne ist großzügig, geradezu verschwenderisch viel Platz bietet der Fond. Dahinter schließt das geräumige, glattflächige Gepäckabteil mit 532 Litern an. Praktischer Nutzen des Schräghecks: Kofferraumdeckel und Heckscheibe sind ein Teil, das weit nach oben schwingt und eine riesige Öffnung freigibt, um auch sperrige Gegenstände bequem ein- und auszuladen. Wer noch mehr Stauraum braucht, greift zum nur 800 Euro teureren, mindestens 605 Liter schluckenden Kombi namens Tourer.
Ab 53.995 Euro ist der ID.7 kein Sonderangebot, aber bereits gut ausgestattet. Das Exterieurpaket „Plus“ mit Panoramadach (5.095 Euro) und das Interieurpaket „Plus“ (4.475 Euro) machten unseren Testwagen zum Luxusschlitten. Verarbeitung, Innenraum, Fahrverhalten und Langstreckentauglichkeit hätten uns aber auch ohne diese Pakete vom ID.7 als Elektro-Alternative zum Passat – mit weniger Kofferraumvolumen – überzeugt.
Wo ist also der Haken? Wenn man 1.050 Euro investiert, am Heck – als anklappbare Anhängevorrichtung mit einer Tonne Anhänge- und 75 Kilo Stützlast. Wichtig für den Transport von Pedelecs. Und Achtung, Lücke: Eine Wärmepumpe zur Reichweitenoptimierung fehlt serienmäßig. Daran (990 Euro) sollte nicht gespart werden.
Das Panoramaglasdach bringt viel Licht in den Innenraum und lässt sich elektronisch von durchsichtig auf blickdicht umschalten.
Fotos: Thomas Schreiner
Technische Daten VW ID.7 Pro
| Motoren | E-Motor, 210 kW/286 PS, 550 Nm |
| Antrieb, Getriebe | Heck, Eingang automatisch |
| 0–100 km/h, Spitze: | 6,5 s, 180 km/h |
| Norm-/Testverbrauch: | 16,2 (WLTP)/17,1 kWh |
| CO2-Ausstoß Norm/Test: | 0 (WLTP)/65* g/km |
| Länge x Breite x Höhe: | 4,96 x 1,86/2,14 x 1,54 m |
| Radstand, Wendekreis: | 2,97 m, 10,9 m |
| Kofferraum: | 532–1.586 l |
| Leergewicht, Zuladung: | 2.250 kg, 380 kg |
| Anhängelast: | 1.000 kg |
| Stützlast, Dachlast: | 75 kg, 75 kg |
| Akku-Kapazität: | 77 kWh |
| KH/VK/TK: | 20/24/23 |
| Kfz-Steuer pro Jahr: | 0 Euro |
| Grund-/Testwagenpreis: | 53.995 Euro/65.890 Euro |
| Modell verfügbar ab: | 53.995 Euro |
| Auswahl Basis-Serienausstattung: | Sieben Airbags, adaptiver Tempomat, Rückfahrkamera, Spurwechselassistent, Ausparkassistent und Ausstiegswarnung, Head-up-Display, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, Außenspiegel beheizbar, LED-Scheinwerfer, Rücksitzlehne asymmetrisch geteilt umklappbar, 19-Zoll-Leichtmetallräder |
* gemäß CO2-Emissionsfaktor im dt. Strommix 2023 geschätzt lt. Umweltbundesamt: 380 g CO2/kWh
Das könnte Sie auch interessieren
-
Test- und Fahrberichte Fahrbericht: Seat Ibiza – Modellgepflegter Spanier belebt die Kleinwagen-Nische mit Benzinmotoren
Der neue Seat Ibiza 2026 im Fahrbericht: frisches Design, bewährte Benzinmotoren, moderne Ausstattung – ein Kleinwagen mit viel Fahrfreude.
-
Test- und Fahrberichte Schnellcheck: Cupra Tavascan – Elektro-SUV-Coupé überzeugt mit Fahrspaß, schwächelt bei der Bedienung
Der Tavascan ist das erste vollelektrische SUV-Coupé von Cupra. In der Top-Version mit 250 kW/340 PS, markantem Auftritt und moderner Technik vereint er Fahrspaß, Komfort und Effizienz.
-
Test- und Fahrberichte Fahrbericht: Leapmotor B10 – batterieelektrisches Kompakt-SUV zum günstigen Preis
Im Fahrbericht zeigt der Leapmotor B10, was das neue Elektro-SUV aus China kann – mit viel Platz, Reichweite und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis.
-
Test- und Fahrberichte Testbericht: Dacia Duster Hybrid 140 – der Teilzeit-Elektriker
Dacia Duster Hybrid 140: Vollhybrid mit Charme und starkem Preis-Leistungs-Verhältnis – so fährt sich das günstige SUV im Alltag.
-
Test- und Fahrberichte Schnellcheck: Abarth 600e – eine elektrische Rakete für die Straße
Extrovertierter Auftritt, giftige Beschleunigung und kompromisslos sportliches Fahrwerk. Der Abarth 600e ist kein braver Alltags-Stromer, sondern ein Rennpferd auf Steroiden.
-
Test- und Fahrberichte Schnellcheck: Mazda CX-30 e-Skyactiv G 140 – neue Basismotorisierung mit mehr Hubraum
Seit 2019 bereichert der Mazda CX-30 die Modellpalette des japanischen Herstellers. Wir haben uns das Kompakt-SUV mit der zum Modelljahr 2025 neu eingeführten Basismotorisierung in der Top-Ausstattung Takumi näher angesehen.
ARCD-Newsletter
Bleiben Sie immer informiert!
Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie informative Beiträge und hilfreiche Tipps rund um Mobilität und Reise direkt in Ihr Postfach.
Außerdem warten attraktive Aktionen und Gewinnspiele auf Sie.
Wir freuen uns darauf, Sie als Abonnenten willkommen zu heißen!