Achtung, Wildwechsel: Warum die Zeitumstellung Autofahrer gefährdet

3 min

26.03.2025Wolfgang Sievernich

Aktualisiert am: 19.03.2026

Am 29. März 2026 beginnt in Deutschland die Sommerzeit. Durch die Zeitumstellung um eine Stunde nach vorne fällt der morgendliche Berufsverkehr wieder in die Dämmerung – genau jene Phase, in der Wildtiere besonders aktiv sind. Für Autofahrer bedeutet das: erhöhtes Risiko für Wildwechsel und Wildunfälle.
 

Statistisch ereignen sich auf deutschen Straßen täglich mehr als 750 Wildunfälle. Besonders gefährlich sind die Monate April und Mai sowie Oktober bis Dezember, wenn Rehe, Hirsche und Wildschweine verstärkt unterwegs sind und eingeschränkte Sichtverhältnisse schnelle Reaktionen erschweren. 

Insbesondere in den Monaten April und Mai steigt die Häufigkeit der Unfälle stark an. Ein Grund: die Zeitumstellung Ende März, bei der die Uhr um eine Stunde vorgestellt wird. Der Berufsverkehr fällt dadurch wieder in die Dämmerung. Die nachtaktiven Wildtiere überqueren in dieser Zeit vermehrt die Straßen. 

Kfz-Versicherer zahlen für Wildunfälle im Jahr 2024 Rekordsummen

Allein im Jahr 2024 wurden rund 276.000 Wildunfälle registriert. Die Kfz‑Versicherer zahlten dafür über 1,1 Milliarden Euro – ein neuer Rekordwert. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Schadenhöhe nach einem Wildunfall von 3.850 auf 4.100 Euro.

Die Kombination aus Dämmerung, aktiven Wildtieren und Sommerzeit-Umstellung macht die kommenden Wochen damit zu einer der unfallträchtigsten Phasen des Jahres.

Silbernes Auto fährt über eine Straße an einem Wildwechsel-Warnschild vorbei.
Das Wildwechsel-Schild 142 weist darauf hin, dass Wild häufig die Straße kreuzt. Foto: Kaufmann/DJV

Wann ist die Wildunfall-Gefahr am größten?

Besonders gefährlich ist es morgens zwischen 6 und 9 Uhr sowie während der abendlichen Dämmerung. Achten Sie auf:

  • Wald-Feld-Kanten: Hier wechseln Tiere besonders häufig die Straßenseite. 

  • Waldgebiete: Reduzieren Sie hier grundsätzlich die Geschwindigkeit.

  • Neue Straßen: Wildtiere nutzen oft noch ihre alten Pfade

1.

So verhalten Sie sich bei Wildwechsel richtig

  • Tempo drosseln: Wer von 100 auf 80 km/h reduziert, verkürzt den Bremsweg laut Faustformel um 36 Meter!

  • Aufmerksam sein: Bremsbereit bleiben, besonders in gefährdeten Gebieten.

  • Ist ein Tier in Sicht?

    • Kontrolliert bremsen

    • Abblenden

    • Hupen (kurz)

Wichtig: Ein Tier kommt bei Wildwechsel selten allein!

2.

Wenn ein Wildunfall unvermeidbar ist

  • Bremse voll durchtreten

  • Lenkrad gerade festhalten

  • Keine unkontrollierten Ausweichmanöver

3.

Nach dem Wildunfall: richtig reagieren

  • Warnblinkanlage einschalten

  • Warnweste anziehen

  • Unfallstelle absichern (Warndreieck)

  • Polizei verständigen

4.

Wildunfall vermeiden: Checkliste

  • Geschwindigkeit anpassen

  • Abstand halten

  • Aufmerksam sein

  • Wildwechsel-Schilder beachten

Verkehrsschild mit einem Reh darauf. stock.adobe.com/©Ingo Bartussek Bildnummer: _179260357

Wichtig zu wissen:
Clubhilfe bei Tierschaden

Wenn ARCD-Mitglieder an ihrem Fahrzeug einen Tierschaden erleiden, dann greift ihnen die ARCD-Clubhilfe als besonderer Leistungsbaustein finanziell unter die Arme.
 

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